Abwärme im Unternehmen vermeiden

Der Grundsatz in punkto Abwärme lautet: Erst vermeiden, dann nutzen! Denn oft können Abwärmemengen durch die Optimierung zugrundeliegender Prozesse und Verfahren deutlich verringert oder sogar ganz vermieden werden.

 

 

Die Nutzung von Abwärme kann die Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit von Produktionsprozessen signifikant steigern. Doch vor der Investition in einzelne Maßnahmen zur Abwärmenutzung empfiehlt es sich, zunächst die Potenziale zur Abwärmevermeidung näher zu untersuchen, ein  ganzheitliches Energiekonzept zu entwickeln und einen abgestimmten Maßnahmenplan zu erstellen. 

TIP

Mit einem unternehmensweiten Energiemanagement können Unternehmen ihren Energieverbrauch detailliert erfassen, Einsparpotenziale identifizieren und entsprechende Energieeffizienzmaßnahmen umsetzen.

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Zur Vermeidung von Wärmeverlusten im Unternehmen bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten an, dazu gehören: 

Optimierte Betriebsweisen 

Durch eine optimierte Betriebsweise energierelevanter Anlagen lässt sich die Entstehung von Abwärme vermeiden oder reduzieren. Dazu zählt eine bedarfsgerechte Anpassung der Betriebszeiten sowie eine gezielte Überwachung und Steuerung von Drücken, Temperaturen und Mengen für die einzelnen Prozesse. So kann sich eine Überprüfung der eingesetzten Prozesstemperaturen lohnen. Möglicherweise laufen Prozesse auf einem unnötig hohen Temperaturniveau. Hier kann eine Absenkung der Temperaturen auf das nötige Maß erhebliche Effizienzvorteile bringen. 

Regelmäßige Wartung und Instandhaltung

Eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung aller energierelevanten Anlagen vermeidet ineffiziente Betriebsweisen und damit die Produktion von Abwärme. Durch den Einsatz intelligenter Steuerungstechnik lässt sich zudem ein bedarfsgerechter Betrieb automatisieren. So können relevante Betriebsparameter bedarfsgerecht gesteuert und überwacht werden.

Eine Motivation und Schulung der Mitarbeiter ist ein wichtiger Faktor, um z.B. unnötige Betriebszeiten von Anlagen und ineffiziente Betriebsweisen zu reduzieren.

Dämmung industrieller Anlagen

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Investitionen in die Dämmung betriebstechnischer Anlagen hoch wirtschaftlich sind, denn sie erzielen in der Regel eine Kapitalrendite von über 50 %. Insbesondere in Branchen mit energieintensiven Prozessen rechnen sich die Maßnahmen sehr schnell.

Bei der Auswahl der Dämmstoffe sollten vom Unternehmen, das die Isolierung durchführt, verschiedene Möglichkeiten für die optimale Betriebswärmeleitfähigkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft werden.Unterschiede bei den Transmissionsgraden verschiedener Ummantelungen haben Einfluss auf Oberflächentemperaturen. 

In Industriebetrieben ist es oft Praxis, dass die Dämmschichtdicke bei Rohrleitungen, Behältern etc. lediglich an die betriebstechnischen Anforderungen angepasst wird. Die wirtschaftliche Dämmschichtdicke lässt sich jedoch ermitteln, indem Investitionskosten und Wärmeverlustkosten in Abhängigkeit von der Dämmschichtdicke einander gegenüber gestellt werden. An jenem Punkt, an dem die Summenkurve der beiden Werte ein Minimum aufweist, liegt die wirtschaftliche Dämmschichtdicke. 

Ein belastbares Energieeinsparpotenzial lässt sich nur unter Berücksichtigung der Wärmeverluste über die gesamte Anlage, inklusive der anlagenbedingten Wärmebrücken, ermitteln. Einbauteile, wie Flansche, Armaturen und Ventile haben den größten Einfluss auf die Wärmeverluste. Wird zusätzlich in ihre Dämmung investiert, senkt das die Wärmeverlustkosten erheblich. 

Investition in energieeffiziente Verfahren und Prozesse

Mit Investitionen in neue Produktionsanlagen lassen sich auch die Verfahren und Prozesse nachhaltig auf  Energieeffizienz einstellen, denn für viele Produktionsaufgaben können häufig unterschiedliche technologische Lösungen eingesetzt werden. So können z.B. anstelle druckluftbetriebener Antriebe auch elektrische Antriebe zum Einsatz kommen oder thermische Verfahren können durch elektrische Verfahren ersetzt werden. Allerdings ist hier eine ganzheitliche Bewertung sinnvoll, da sich auch die vor- und nachgelagerten Prozessketten unterscheiden. Bei einer Umstellung von thermische auf elektrische Verfahren wird die Produktion von Abwärme im Betrieb vermieden, verlagert sich aber auf die Stromerzeugung.

Durch entsprechende Maßnahmen kann die Abwärmemenge reduziert werden. Vollständig vermieden werden, kann die Abwärme jedoch nicht. Für die nicht vermeidbare Abwärme sollten die Erschließung geeigneter  Nutzungsmöglichkeiten geprüft werden.

TIP

Im Rahmen des Förderprogramms „KfW-Energieeffizienzprogramm Abwärme“ können Maßnahmen zur Abwärmevermeidung gefördert werden. 

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