Förderprogramm für hocheffiziente Querschnittstechnologien (Bafa)

Das von der Bundesregierung aufgelegte Förderprogramm für den Einsatz hocheffizienter und am Markt verfügbarer Querschnittstechnologien im Mittelstand, unterstützt auch investive Maßnahmen zur Verminderung und Nutzung gewerblicher und industrieller Abwärme. Mit seiner Novellierung 2016, wurde das Programm stärker auf den industriellen Bereich ausgerichtet. Das Förderprogramm im Überblick.

1. Was ist das Ziel des Programms?

Das Ziel des Programms ist die Förderung des Einsatzes hocheffizienter Querschnittstechnologien. Hierzu zählen neben besonders effizienten Motoren, Pumpen oder Druckluftsysteme insbesondere auch die  Technologien Wärmerückgewinnung oder Abwärmenutzung.

2. Um welche Art der Förderung handelt es sich?

Unternehmen erhalten nach der Bewilligung ihres Förderantrages einen Förder- bzw. Investitionszuschuss.

3. An wen richtet sich das Programm?

Das Programm richtet sich an Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft, die sich mehrheitlich in Privatbesitz befinden sowie an Contractoren.

4. Was wird gefördert?

Zum einen werden Ersatz- und Neuinvestitionen für Einzelmaßnahmen mit hocheffizienten Querschnittstechnologien gefördert. Zu diesen Einzelmaßnahmen zählen: 

  • Wärmeübertrager für die Wärmerückgewinnung in raumlufttechnischen Anlagen
  • Wärmeübertrager für die Wärmerückgewinnung in Drucklufterzeugungsanlagen
  • Wärmerückgewinnungs- bzw. Abwärmenutzung
  • Dämmung industrieller Anlagen/ -teile

Zum anderen werden Ersatz- und Neuinvestitionen für die Optimierung bestehender Systeme bzw. Neuinstallation von Systemen unter Einbeziehen der oben aufgeführten Querschnittstechnologien gefördert (im Folgenden abgekürzt durch Systemlösungen). 

5. Wie hoch muss die Investition mindestens sein?

Einzelmaßnahmen müssen ein Netto-Investitionsvolumen von 2.000 Euro aufweisen, systemische Lösungen ein Netto-Investitionsvolumen von 20.000 Euro.

6. Wie hoch ist die maximale Förderung?

Bei Einzelmaßnahmen können bis zu

  • 30 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bzw.
  • 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben für sonstige und große Unternehmen gefördert werden. Die maximale Fördersumme je Vorhaben beträgt 30.000 Euro.

Bei Systemlösungen liegt die maximale Fördersumme bei 100.000 Euro. Sind in Maßnahmen Pumpensysteme enthalten, erhöht sich die maximale Fördersumme auf 150.000 Euro, sofern die Investitionskosten für die Pumpensysteme dabei mindestens 50.000 Euro betragen.

7. Was zählt zu den förderfähigen Kosten?

Sowohl bei Einzelmaßnahmen als Systemlösungen zählen zu den förderfähigen Kosten auch Nebenkosten für Planung und Installation bis zu einem Anteil von maximal 30 % der Netto-Investitionskosten.

Eine Ausnahme existiert bei der  Dämmung von industriellen Anlagen bzw. Anlagenteilen: Hier werden die Installationskosten als Teil der Netto-Investitionskosten angesehen. Planungskosten sind bis zu einem Anteil von maximal 30% der Netto-Investitionskosten förderfähig.

Beispiel: Die Investitionskosten einer Anlage betragen 10.000 Euro. Nebenkosten für Planung und Installation wären hierbei bis zu einer Höhe von 3.000 Euro (0,3 x 10.000) zuwendungsfähig.

Besonderheit bei Systemlösungen: Falls hierbei die Förderung von Beratungsleistungen in Anspruch genommen wird, wird für die zur Erstellung eines Energieeinsparkonzeptes erforderliche externe Energieberatung ein Zuschuss in Höhe von 60 % der förderfähigen Beratungskosten, max. aber ein Betrag von 3.000 Euro gewährt.

8. Wie lange darf die Maßnahmenumsetzung dauern?

Die Maßnahme muss innerhalb von neun Monaten ab Bekanntgabe des Zuwendungsbescheids abschließend umgesetzt werden.

9. Welche Einsparungen (Energie/ CO2) müssen mindestens erzielt werden?

Bei Einzelmaßnahmen gibt es hierzu keine konkreten Vorgaben. Es müssen aber die Vorgaben zu den technischen Effizienzkriterien eingehalten werden (s. 10. Frage).

Bei Systemlösungen sind Endenergieeinsparungen in Höhe von 25% nachzuweisen.

10. Ist ein Energieeinspar- bzw. Abwärmekonzept erforderlich?

Nein, bei Einzelmaßnahmen ist  kein Energieeinspar-, Abwärmekonzept erforderlich. Es bestehen aber Vorgaben zu technische Effizienzkriterien der einzelnen Maßnahmen. Diese können dem Merkblatt für Anträge nach 3.1.1 der Richtlinie für Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien vom 29. April 2016 entnommen werden. 

Ja, bei Systemlösungen ist ein Energie- und Abwärmekonzept erforderlich. Außerdem werden eine Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie zusätzliche Angaben zum Jahresenergieverbrauch und der Anschlussleistung des Systems gefordert.

Diese Nachweise müssen von einem qualifizierten Energieberater erbracht werden (Zugelassene Energieberater sind in Energieeffizienz-Experten-Liste gelistet).

Ausnahme: Unternehmen, die über eine Energiemanagementsystem zertifiziert nach ISO 50001 verfügen, können das Konzept unternehmensintern erstellen.

11. Welche Besonderheiten gibt es?

Es sind keine Besonderheiten bekannt.

Hinweis

Alle Informationen zum hier dargestellten Förderprogramm wurden redaktionell aufbereitet und stellen keine rechtsverbindliche Information oder gar Beratung dar. Da Förderprogramme regelmäßig modifiziert werden, kann es zu inhaltlichen Änderungen kommen, die der dena erst mit zeitlicher Verzögerung bekannt werden. Deshalb empfiehlt die dena, sich in jedem Fall auch bei der zuständigen Institution über das Förderprogramm zu informieren.

Weitere Informationen

Häufige Fragen

Wo finde ich weitere Informationen?

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Wann muss ich den Förderantrag stellen?

Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Als Vorhabenbeginn wird hierbei jener Zeitpunkt definiert, an dem der rechtsgültige Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrages erfolgt ist. Planungsleistungen dürfen jedoch bereits vor Antragstellung erbracht werden.

Wie und wo reiche ich den Förderantrag ein?

Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über die auf der Webseite von der BAFA veröffentlichten elektronischen Antragsformulare.


Beachtet werden muss, dass der Antrag vollständig eingereicht wird. Dazu müssen die folgenden Unterlagen der KfW vorliegen:

  • Vollständig ausgefülltes elektronisches Antragsformular,
  • Nachweis der Effizienzkriterien (Produktdatenblatt) für die Einzelmaßnahmen bzw.
  • Energieeinsparkonzept für die Systemlösungen
  • Unternehmensregistrierung (Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, Auszug aus der Handwerksrolle)

Das elektronische Antragsformular für Einzelmaßnahmen finden Sie hier.

Das elektronische Antragsformular für Systemlösungen finden Sie hier.

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