Leuchttürme

Energieeffiziente Technologien treffen in den Unternehmen einer Branche häufig auf vergleichbare Bedingungen. Auch bei der Vermeidung, Nutzung oder Verstromung von Abwärme lassen sich erfolgreiche Praxislösungen deshalb oft auf weitere Unternehmen übertragen.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat Abwärmekonzepte in mehr als 100 deutschen Unternehmen geprüft und Projekte ausgewählt, die neben ihrem eigentlichen Zweck – der Vermeidung und Nutzung von Abwärme – auch eine Signalwirkung für vergleichbare Unternehmen besitzen. Diese „Leuchttürme energieeffiziente Abwärmenutzung“ erschließen ihr Abwärmepotenzial durch einen besonders innovativen oder wirtschaftlichen Technologieeinsatz und dienen so als Vorbild für die Übertragbarkeit auf weitere Unternehmen. Alle Leuchttürme werden von den Experten der dena bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen sowie bei der Beantragung von Fördermitteln beraten.

Einblicke in erfolgreiche Abwärmeprojekte

Die Potenziale der Abwärmenutzung sind riesig. Deutschlandweit könnten Unternehmen pro Jahr bis zu 37 Millionen Tonnen CO2 und rund fünf Milliarden Euro Energiekosten einsparen, wenn Abwärme konsequent genutzt würde. Allein die Leuchtturmprojekte der dena besitzen das Potenzial, jährlich etwa 36.000 Tonnen CO2 einzusparen. Das sind rund 200.000 Megawattstunden Wärme und Strom jährlich – eine Energiemenge, die zur Beheizung von 10.000 Einfamilienhäuser für ein Jahr ausreicht. 

Insgesamt wurden von der Deutschen Energie-Agentur (dena) die folgenden Abwärmeprojekte als Leuchttürme energieeffiziente Abwärmenutzung benannt:

  • Der Kupferhersteller Aurubis AG, mit dessen Abwärme die enercity Contracting Nord GmbH zukünftig die Hamburger Hafencity Ost beheizt.
  • Die Bosch Thermotechnik GmbH und Bosch KWK Systeme GmbH, die Abwärme für das Wärmeversorgungsnetz der Stadtwerke Gießen AG bereitstellen.
  • Die Brauerei C. & A. Veltins GmbH & Co. KG, die zukünftig die Abwärme aus der Drucklufterzeugung zur Trinkwassererwärmung nutzt.
  • Die Evers-Druck GmbH, deren Abwärme in Zukunft für die Wärmeversorgung in einem innovativen Quartierskonzept der Stadt Meldorf genutzt wird.
  • Die Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH & Co. KG, die den Wärmeverbrauch beim Lackieren um über 40 Prozent senkt.
  • Die Georgsmarienhütte GmbH, die durch Abwärmenutzung im Stahlwerk Erdgas, Dampf sowie Strom einspart und Abwärme an die Stadtwerke Georgsmarienhütte GmbH übergibt, die diese speichert und nach Bedarf in das Fernwärmenetz der Stadt einspeist.
  • Die GETEC heat & power AG, die als Contractor in einem Industrieunternehmen Abwärme über einen Wärmetransformator zur Dampferzeugung nutzbar macht.
  • Die GILGEN’S Bäckerei & Konditorei GmbH & Co. KG, die Abwärme aus Backofen und Kühlung nutzt.
  • Die Nestlé Deutschland AG, in deren Werk in Hamburg Abwärme zur Kälteproduktion eingesetzt wird.
  • Salzgitter Flachstahl GmbH die Abwärme vermeidet oder prozessintern zur Brennluftvorwärmung für den Bereich Pfannenfeuerung des Stahlwerks nutzt.
  • CEMEX Deutschland AG die Ofenabwärme aus der Zementproduktion zur Verstromung mittels einer Dampfturbine nutzt.

Erfolgreiche Beispiele

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